ACHTUNG vor KAUTIONSBETRUG

 Mit einer neuen Masche werden ahnungslose Mietinteressenten um die Kaution betrogen. Sie überweisen gutgläubig das Geld an den angeblichen Vermieter, doch das Mietobjekt existiert gar nicht. Eine sorgfältige Recherche hilft oft, um sich vor Betrügern zu schützen.

Wohnungsmangel – die Chance für Betrüger
In vielen Städten in Deutschland herrscht Wohnungsmangel und günstiger Wohnraum wird knapp. Für Betrüger ist das die ideale Voraussetzung. Ein gefälschtes Wohnungsinserat wird bei einem Immobilienportal aufgegeben. Oft zeichnet sich eine solche Wohnung durch einen besonders günstigen Preis oder bestimmte Extras wie einen Balkon und /oder Badewanne aus. Der Vermieter gibt vor, im Ausland zu sein und daher keinen Besichtigungstermin vereinbaren zu können. Er schlägt dem Interessenten vor, die Kaution und die erste Monatsmiete zu überweisen.

Die Kaution ist weg
Der Interessent freut sich, den Zuschlag für die Wohnung bekommen zu haben und will natürlich auch keinen schlechten Eindruck beim Vermieter erwecken. Zudem hat der Vermieter es eilig und droht damit, dass auch noch andere Interessenten warten. Der potentielle Mieter überweist das Geld und hat dann das Nachsehen. Die angebotene Wohnung existiert nicht, der vermeintliche Vermieter ist nicht mehr zu erreichen.

Gefälschtes Inserat, gefälschter Lageplan und gefälschte Visitenkarte
Eine noch dreistere Masche wurde  in München angewendet. Ein Betrüger hat über das Portal „Airbnb“ eine Ferienwohnung angemietet und diese Wohnung wiederum zur Vermietung in verschiedenen Immobilienportalen angeboten. Es wurden Besichtigungstermine vereinbart, eine Maklervisitenkarte verteilt und auch ein deutsches Konto zur Kautionsüberweisung angegeben. Neun Mietinteressenten fielen auf die Masche herein und überwiesen dem Betrüger drei Monatsmieten Kaution und einen Küchenabschlag.

Die Verdachtsmomente
Viele Online-Portale und auch die Polizei warnen vor Kautionsbetrug. Dabei gibt es einige Merkmale von Wohnungsinseraten, die Ihnen verdächtig vorkommen sollten:

  • Die Wohnung ist für die Lage und die Extras günstiger als vergleichbare Wohnungen.
  • Der Kontakt mit dem Vermieter findet hauptsächlich per Mail und vorrangig auf Englisch statt.
  • Es gibt keinen Besichtigungstermin.
  • Die Aushändigung des Schlüssels soll erst nach Eingang des Geldes erfolgen.
  • Das angegebene Konto ist im Ausland, z.B. bei Western Union.

So kann man sich schützen

Im Falle des Münchner Betrügers hätten all diese Verdachtsmomente nicht weitergeholfen. Dennoch hat die Polizei auch hier Tipps, wie man einem solchen Betrugsfall vorbeugen kann:

  • Überprüfen Sie die Kontaktdaten des Vermieters/Maklers mittels Internetrecherche.
  • Fragen Sie bei Nachbarn oder Hausverwaltung nach, ob die Wohnung tatsächlich zu vermieten ist.
  • Überweisen Sie die Kaution erst nach der Schlüsselübergabe.

Die Lösung: Bargeldlose Kaution

Zahlen Sie niemals eine Kaution ohne Besichtigung und Mietvertrag. Seriöse Vermieter erlauben zudem auch eine Ratenzahlung (die übrigens gesetzlich vorgeschrieben ist) oder die bargeldlose Kaution. Verschiedene  Versicherungen bieten eine Kautionsbürgschaft an.

Sollten Sie ein verdächtiges Wohnungsinserat entdeckt haben oder gar selbst Opfer von Kautionsbetrug sein, stehe ich Ihnen als Anwältin gerne zur Seite – denn je früher die Strafverfolgung beginnt, desto besser stehen die Chancen, zumindest einen Teil des Geldes zurückzubekommen.