ACHTUNG BEI RATENZAHLUNGSVEREINBARUNG !! Gutmütigkeit wird bestraft. Der Gläubiger bleibt auf Zinsen und seine Anwaltskosten sitzen, so das AG Regensburg in der Verhandlung vom 19.01.2014.

Sie haben eine unstreitige Forderung in Höhe von mehreren Tausend Euro und ihr Schuldner kann nicht alles zahlen. Sie versuchen mehrmals eine Ratenzahlung zu vereinbaren, aber der Schuldner zahlt nicht. Es kostet sie Nerven , Zeit und Mühe.

Da sie selbst nicht weiter kommen schalten sie einen Anwalt ein; sie wollen aber nicht gleich Klage erheben .

Dieser verhandelt nochmals mit dem Schuldner und kündigt an, wenn er sich an die Vereinbarung über Ratenzahlung nicht hält wird Klage erhoben. Daraufhin zahlt der Schuldner  100,- /pro Monat und es dauert ca. 3 Jahre bis die Forderung abbezahlt ist. Er weigert sich aber von Anfang an Zinsen und Anwaltskosten zu zahlen.

Die Klage betrifft jetzt nur die Anwaltskosten, Mahngebühren und Verzugszinsen.

Nach Ansicht des AG Regensburg hat der Gläubiger keinen Anspruch auf die Anwaltskosten und auf die Verzugszinsen. In der Verhandlung sagte mit der Richter sinngemäß: „ Wenn die Gläubigerin selbst mehrere Wochen verhandelte ohne Erfolg, dann hätte sofort Klage erhoben werden müssen, über die gesamte Forderung . Dann hätte meine Mandantin Zinsen und Anwaltsgebühren (für die Klage)  erstattet bekommen.

Weiteres Problem : Eine Ratenzahlungsvereinbarung kann nicht einseitig aufgehoben werden, es sei denn Sie haben sich diese einseitige Kündigungsmöglichkeit in Ihren AGB`s  oder im Ratenzahlungsvertrag vorbehalten.

Fazit dieser Entscheidung und meine Empfehlung ist, nicht lange zu verhandeln, sondern gleich Klage zu erheben, vor allem dann, wenn die Forderung unstreitig ist und der Schuldner lediglich meint, er müsse und könne die Forderung  nur in Raten bezahlen, oder wenn er sich von Anfang an weigert Verzugszinsen , Anwaltskosten und sonstigen Schaden freiwillig zu zahlen.

Die Kosten des Anwalts in einem gerichtlichen Verfahren ( Mahnbescheid oder Klage)  bekommen Sie erstattet, nicht aber die Kosten des Anwalts, wenn dieser vor Erhebung der Klage eine gütliche Einigung erzielt. Ab Klagezustellung erhalten sie auch Verzugszinsen !

 Mein TIPP und EMPFEHLUNG  für sie, sollten sie dennoch eine gütliche Einigung anstreben :

 Eine Ratenzahlung MUSS zusätzlich enthalten:

  1. –  Einseitiges Kündigungsrecht des Gläubigers;
  2. –  Vereinbarung über Dauer und Höhe der Zinsen, ähnlich     wie in einem Darlehensvertrag;
  3. –  Schuldner übernimmt die Anwaltskosten für die Ratenzahlungsvereinbarung.

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